Gemeinde von unten - Netzwerk für nachhaltigen Gemeindeaufbau
Entwurfstext
Liebe Schwestern und Brüder,
im September 2011 hat der Förderverein für ev. Männerarbeit in der EKM e.V. seine jährliche „Gemeindeakademie Schloss Mansfeld“ durchgeführt.
Im Mittelpunkt stand das Referat von Pfr. Karl-Friedrich Melzer: “Nachhaltigkeit als Leitwort der Gemeindearbeit“.
Dabei ist das Impulspapier der EKD „Kirche der Freiheit“ betrachtet und folgendes Fazit gezogen worden.
I. Unsere Bedenken:
- Hier agiert die Kirche von oben. Mitgliederzahlen und Einnahmen gehen zurück. Man fürchtet den Bedeutungsverlust in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit der Bundesrepublik Deutschland, bangt um die Privilegien als „Körperschaft Öffentlichen Rechts“ und meint, die Kirche muss handeln, um „gegen den Trend zu wachsen!“
- Daher beauftragte der Rat der EKD ein zwölfköpfiges Gremium, um eine Strategie zur Überwindung der Krise zu entwerfen. Neben hochrangigen Kirchenleuten stellten sich eine Vertreterin der Banken, eine Vertretung eines Meinungsforschungsinstitutes und zwei Unternehmensberater dieser Aufgabe.
- Das EKD-Papier liest sich wie ein Unternehmensplan für einen angeschlagenen Betrieb, denn die Unternehmensberater bestimmten die Sprache und die Handlungsfelder
- Ökonomisches Kauderwelsch listet die Aufgaben auf wie z.B. Qualitätsmanagement, Optimierung, Effizienz, Schulung, Anerkennungskultur usw.
- Der atemlose Zeitgeist der Moderne bricht hier in kirchliches Handeln ein. Events, Kampagnen, 10 Kompetenzzentren und 8 bedeutende Kirchen für je ein Themenzentrum sollen entweder kurzfristig umgesetzt werden oder dienen als Steuerungsrichtlinien für die Evangelische Kirche im Jahr 2030.
- Rückzug aus der Fläche, Personalabbau vor Ort – so soll es werden.
- Geld und Personal sollen in die Zeitgeistzentren gepumpt werden.
- Angesichts der Entwicklungstendenzen, die diese „Reform von oben“ ausgelöst hat, nehmen Verunsicherung, Unmut und Resignation unter Gemeindegliedern und Mitarbeitern an der Basis erkennbar zu.
II. Unsere Sorgen
- Wir bangen um die nachhaltige Arbeit vor Ort.
- Wir bangen um das prophetische Amt der Kirche.
- Wir bangen um die Mitarbeiterschaft, die durch permanente Aufgeregtheit krank wird.
- Wir bangen um das Mitwirkungsrecht der kirchlichen Basis.
- Wir bangen, in den Machtbereich einer vormundschaftlichen Kirche zu geraten.
III. Unser Vorschlag für nachhaltige Gemeindearbeit
- „dass sie vor Ort geschieht.
- dass sie mit kontinuierlicher seelsorgerlicher Begleitung stattfindet.
- dass sie sich an festen örtlichen Zusammenkünften ausrichtet.
- dass eine Rückkehr-Bewegung zum regelmäßigen Gottesdienst in Gang gesetzt wird.
-
dass der Umgang mit der Bibel neu eingeübt wird.“
(Auszüge aus dem Beitrag von Pfarrer Karl-Siegfried Melzer In: „Deutsches Pfarrerblatt Heft 1/2011, S.23-28) - dass der Pfarrdienst befreit wird von allen Bau- Restaurations- und Verwaltungsaufgaben und wieder ausgerichtet wird auf die Kommunikation des Evangeliums in den Handlungsfeldern und Gemeindeaktivitäten vor Ort.
IV. Unsere nächsten Schritte
- Wir wollen mit Ihnen Schritte zur nachhaltigen Arbeit gehen und bieten an, sich auf der nachfolgenden Liste A einzutragen.
- Wir sind bereit, Sie über das EKD-Papier „Kirche der Freiheit“ zu informieren. Tragen Sie sich bitte auf der Liste B ein.
V. Unser Anliegen:
Einen möglichst breiten Gesprächsprozeß in Gang zu setzen zu einer „Reformbewegung von unten“(von den Gemeinden für die Gemeinden),
als positive und notwendige Reaktion auf das „Impulspapier von Oben“.